Fördermöglichkeiten

Wir informieren und beraten Sie gerne über Fördermöglichkeiten sowohl
zur individuellen als auch zur betrieblichen Weiterbildung.

Betriebliche Weiterbildung

Qualifizierungschancengesetz

Die Weiterbildung von Beschäftigten kann von der Agentur für Arbeit durch eine volle oder teilweise Übernahme der Weiterbildungskosten und einer Bezuschussung des Arbeitsentgeltes gefördert werden, wenn sie eine berufliche Tätigkeit ausüben, die durch Technologien ersetzt werden kann oder in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen ist. Durch die Weiterbildungsmaßnahme soll eine Anpassung und Fortentwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen ermöglicht werden, um den genannten Herausforderungen besser begegnen zu können. Ebenso werden Weiterbildungen in Engpassberufen gefördert.
Folgende Voraussetzungen müssen für eine Förderung erfüllt sein:

1.
In der Weiterbildungsmaßnahme müssen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen;

2.
Der Erwerb des Berufsabschlusses, für den nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist, liegt in der Regel vier Jahre zurück;

3.
Die Beschäftigten dürfen in den letzten vier Jahren vor Antragsstellung nicht an einer nach dieser Vorschrift geförderten Weiterbildung teilgenommen haben;

4.
Die Weiterbildungsmaßnahme muss außerhalb des Betriebs oder von einem zugelassenen Träger im Betrieb, dem die Teilnehmenden angehören, durchgeführt werden und mehr als 160 Stunden dauern;

5.
Die Weiterbildungsmaßnahme und der Weiterbildungsträger müssen über eine AZAV-Zertifizierung verfügen und entsprechend für die Förderung zugelassen sein.

Für ältere Beschäftigte über 45 Jahren und Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 entfallen die Voraussetzungen 2) und 3). Dies gilt auch für Beschäftigte in KMU mit weniger als 250 Beschäftigten, sofern sie ihre Weiterbildung nach dem 31. Dezember 2020 beginnen.
Die Förderung der Lehrgangskosten und die Zahlung eines Arbeitsentgeltzuschusses sind nach Unternehmensgröße gestaffelt:

a)
Bis 10 Beschäftigte: Förderung der Lehrgangskosten in Höhe von maximal 100 %, Zuschuss von bis zu 75 % auf das Arbeitsentgelt.

b)
10 bis 250 Beschäftigte: Förderung der Lehrgangskosten in Höhe von maximal 50 %, Zuschuss von bis zu 50 % auf das Arbeitsentgelt.

c)
250 bis 2500 Beschäftigte: Förderung der Lehrgangskosten in Höhe von maximal 25 %, Zuschuss von bis zu 25 % auf das Arbeitsentgelt.

d)
2500 Beschäftigte und mehr: Förderung der Lehrgangskosten in Höhe von maximal 15 %, Zuschuss von bis zu 25 % auf das Arbeitsentgelt. In Unternehmen mit einem Tarifvertrag und/oder einer Betriebsvereinbarung zur Weiterbildung kann die Förderung der Lehrgangskosten bis zu 20 % betragen.

Unabhängig von der Unternehmensgröße kann eine Förderung der Lehrgangskosten von bis 100 % für ältere Beschäftigte über 45 Jahre und Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 gewährt werden.

Wichtig: Die genaue Ausgestaltung der Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz liegt im Ermessen der örtlichen Agentur für Arbeit.
Wir empfehlen dringend, vor der Planung von Weiterbildungsmaßnahmen Kontakt zu dieser aufzunehmen.

Weiterführende Informationen zum Qualifizierungschancengesetz

Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU)

Mit der WeGebAU-Förderung werden Weiterbildungen gefördert, die im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes durchgeführt werden und für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermitteln.

Das Programm besteht aus drei Säulen:

1.
In kleinen und mittleren Unternehmen bis max. 250 Beschäftigte können Lehrgangskosten teilweise erstattet werden, zusätzlich kann ein Zuschuss zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten ausbezahlt werden. Für Beschäftigte unter 45 Jahren muss das Unternehmen mindestens 50 % der Lehrgangskosten selbst tragen. Die Bildungsmaßnahme muss außerhalb des Betriebes durchgeführt werden und über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen.

2.
Grundsätzlich kann die Weiterbildung von Beschäftigten ohne Berufsabschluss gefördert werden. Dies gilt auch für Beschäftigte mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten und ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können. Es können die Lehrgangskosten sowie ein Zuschuss zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten ausbezahlt werden. Zusätzlich können die Unternehmen einen Arbeitsentgeltzuschuss sowie eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen erhalten, Beschäftigte können eine Weiterbildungsprämie erhalten.

3.
Im Falle von geringqualifizierten Beschäftigten können berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen gefördert werden, welche mittelbar zu einem anerkannten Berufsabschluss führen. Beschäftigten werden die Lehrgangskosten und ein Zuschuss zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten erstattet. Für das Bestehen der Externenprüfung können sie eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten. Das Unternehmen kann einen Arbeitsentgeltzuschuss sowie eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen erhalten.

Weiterführende Informationen zum Programm WeGeBAU

Individuelle Weiterbildung

Aufstiegs-BAföG

Mit dem Aufstiegs-BAföG können die Lehrgangs- und Prüfungskosten von Aufstiegsfortbildungen einkommens- und vermögensunabhängig mit einem Beitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren bzw. bis maximal 15.000 Euro gefördert werden. 40 % der Fördersumme wird als Zuschuss ausgezahlt, für die Restsumme erhält man einen zinsgünstigen Kredit. Auch die Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt, Unterhaltskosten und ein pauschaler Kinderbetreuungszuschlag werden gefördert.
Weiterführende Informationen zum Aufstiegs-BAföG.

Aufstiegsstipendium

Mit dem Aufstiegsstipendium werden besonders begabte Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung und Praxiserfahrung dabei unterstützt, einen ersten akademischen Hochschulabschluss zu erwerben. Wer gefördert wird, erhält monatliche Stipendienbeträge und Büchergeld. Auch eine Betreuungspauschale für Kinder unter zehn Jahren kann gewährt werden.
Weiterführende Informationen zum Aufstiegsstipendium.

Bildungsgutschein

Mit dem Bildungsgutschein kann der nachträgliche Erwerb des Hauptschulabschlusses sowie in Vorbereitung auf eine Weiterbildung der Erwerb notwendiger Grundkompetenzen gefördert werden. Voraussetzung für die Ausstellung des Bildungsgutscheins ist eine Beratung durch die Agentur für Arbeit.
Weiterführende Informationen zum Bildungsgutschein.

Bildungsprämie

Mit der Bildungsprämie kann die individuelle berufsbezogene Weiterbildung von Erwerbstätigen mit geringem Einkommen gefördert werden. Das zu versteuernde Einkommen darf maximal 20.000 Euro (40.000 Euro von beiden Ehepartnern) betragen, die ausgewählte Weiterbildung muss für die aktuelle oder die geplante neue Tätigkeit wichtig sein.
Weiterführende Informationen zur Bildungsprämie.

Weiterbildungsprämie

Mit der Weiterbildungsprämie können Weiterbildungen gefördert werden, die zum Abschluss (Externenprüfung) in einem mindestens zweijährigen Ausbildungsberuf führen. Bei einer erfolgreich abgelegten Zwischenprüfung beträgt die Prämie 1.000 Euro, bei einer Abschlussprüfung 1.500 Euro. Weiterführende Informationen zur Weiterbildungsprämie.

Weiterbildungsstipendium

Mit dem Weiterbildungsstipendium werden begabte junge Menschen bis 24 Jahre bei der weiteren beruflichen Qualifizierung im Anschluss an eine abgeschlossene Berufsausbildung gefördert. Es können Zuschüsse für förderfähige Weiterbildungen beantragt werden.
Weiterführende Informationen zum Weiterbildungsstipendium.

Zukunftsstarter

Mit dem Programm Zukunftsstarter erhalten geringqualifizierte Arbeitslose und Beschäftigte ohne Berufsabschluss eine Förderung von Qualifizierungen, die auf einen anerkannten Berufsabschluss ausgerichtet sind. Die Förderung erhalten auch Beschäftigte mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten und ihre erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben.
Weiterführende Informationen zum Programm Zukunftsstarter.