Warum als Unternehmen mit Lernfabriken kooperieren?
Florian Kohfink von der Firma WAFIOS in Reutlingen empfiehlt die Kooperation mit Lernfabriken an Beruflichen Schulen in der Region. Im Austausch mit den Lehrkräften können individuelle auf das Unternehmen zugeschnittene Weiterbildungsangebote entstehen, mit denen möglichst viele Beschäftigte erreicht werden. Beispielsweise Mitarbeitende in der Montage, die in Sachen Automatisierung von A bis Z fit gemacht werden. Florian Kohfink ist sich sicher: Aus der Kooperation zwischen Unternehmen und Beruflicher Schule in der Weiterbildung kann etwas Großes entstehen.
Webinar „Der Kümmerer als Brücke zwischen Berufsschule und Betrieb: Kooperative Betreibermodelle für Weiterbildung an Lernfabriken“
26. März 2026 | 15:00 – 16:00 Uhr | via Microsoft Teams
Wie können Betreibermodelle als organisatorische Hebel wirken, um berufsbildende Schulen bei der Konzeption, Koordination und Administration von Weiterbildungsangeboten an Lernfabriken zu entlasten?
Im Rahmen des Projekts InnoVET Plus – Lernfabriken@BeruflicheBildung stellt dieses Webinar kooperative Betreibermodelle für das Angebot beruflicher Weiterbildung an beruflichen Schulen vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle des sogenannten „Kümmerers“ als zentrale Schnittstelle zwischen Schule, Betrieben und weiteren Partnern.
Im Webinar wird aufgezeigt, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten mit dieser Funktion verbunden sein können und wie sie zur Organisation, Koordination und Verstetigung von Weiterbildungsangeboten an Lernfabriken beitragen kann. Zudem werden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten vorgestellt und gemeinsam diskutiert, wie Betreibermodelle Koordinations- und Unterstützungsleistungen bündeln können, um Schulen strukturell zu entlasten.
Die Veranstaltung bietet Raum für fachlichen Austausch und richtet sich an Akteure aus der beruflichen Bildung, aus Schulen, Betrieben sowie aus Projekten und Institutionen, die sich mit Lernfabriken und Weiterbildung beschäftigen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Hier gelangen Sie direkt zur Teilnahme am Webinar.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Einblicke in kooperative Betreibermodelle zu erhalten und gemeinsam über Möglichkeiten zur Stärkung von Weiterbildung an Lernfabriken zu diskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Rückblick auf die 2. Beiratssitzung des Projekts InnoVET Plus – Lernfabriken@BeruflicheBildung
Am 09. Februar 2026 fand die zweite Beiratssitzung des Projekts InnoVET Plus – Lernfabriken@BeruflicheBildung bei der WAFIOS AG in Reutlingen statt. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Projektbeirats wurde der aktuelle Projektstand vorgestellt und zentrale Entwicklungen sowie nächste Schritte diskutiert.
Im Mittelpunkt der Sitzung standen insbesondere die im Projekt entwickelten Betreibermodelle für Lernfabriken. Zwei unterschiedliche Ansätze wurden vorgestellt und gemeinsam mit den Beiratsmitgliedern reflektiert: ein Modell mit dem IHK-Zentrum für Weiterbildung GmbH als zentraler Schnittstelle sowie ein kooperatives Modell der Nachwuchsstiftung Maschinenbau gGmbH mit Partnern aus Schule, Hochschule und Innovationsumgebung. Ziel beider Ansätze ist es, tragfähige organisatorische Strukturen zu schaffen, um Weiterbildungsangebote an Lernfabriken nachhaltig umzusetzen und über die Projektlaufzeit hinaus zu verstetigen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Konzeption eines Interfaces zur Verknüpfung von Lernfabriken mit bestehenden Weiterbildungsplattformen. Diskutiert wurde unter anderem, wie Weiterbildungsangebote aus Lernfabriken künftig sichtbarer gemacht und für Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – leichter auffindbar werden können. Dabei ging es auch um Fragen der langfristigen Pflege, der Transparenz von Angeboten und möglicher Plattformstrukturen.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Sitzung auch Raum für intensive Diskussionen und den persönlichen Austausch. Die Beiträge und Perspektiven der Beiratsmitglieder lieferten wertvolle Anregungen für die weitere Projektarbeit. Den Abschluss bildete eine Werksführung bei der WAFIOS AG, die spannende Einblicke in die industrielle Praxis ermöglichte. Ein herzlicher Dank gilt der WAFIOS AG für die Gastfreundschaft sowie allen Beiratsmitgliedern für den konstruktiven Austausch und die wertvollen Impulse für die weitere Entwicklung des Projekts.

Erster Zertifikatslehrgang im Projekt InnoVET Plus gestartet
Im Rahmen des Projekts InnoVET Plus – Lernfabriken@BeruflicheBildung ist der erste zweistufige Zertifikatslehrgang zum Thema Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) gestartet. Ziel des Projekts ist es, die an beruflichen Schulen eingerichteten Lernfabriken für die Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden nutzbar zu machen. Lernfabriken bilden reale Handlungssituationen im produzierenden Umfeld ab und ermöglichen so praxisnahes Lernen – ganzheitlich statt theoretisch.
In Zusammenarbeit mit der Gewerblichen Schule Crailsheim bietet das IHK-Zentrum für Weiterbildung GmbH den neuen Zertifikatslehrgang als offenes Weiterbildungsangebot an.
SPS-Fachstufe (28.10. – 06.12.2025)
Der Fachkurs vermittelt praxisnah die Grundlagen der Automatisierungstechnik. Teilnehmende lernen die SPS-Programmierung in FUP, KOP und Graphset, erstellen HMI-Visualisierungen, integrieren Bussysteme wie Profinet und steuern Frequenzumrichter digital an. Zudem trainieren sie die systematische Fehlersuche und Diagnose. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie ein anerkanntes Zertifikat.
SPS-Expertenstufe (04.03. – 18.04.2026)
Die Expertenstufe richtet sich an Fachkräfte mit Grundkenntnissen in der SPS-Programmierung. Behandelt werden Themen wie Motionsteuerung, Inbetriebnahme von Beckhoff-SPS mit Codesys sowie die systematische Fehlersuche. Durch praxisorientierte Übungen vertiefen die Teilnehmenden ihr Wissen und erweitern gezielt ihre beruflichen Kompetenzen. Die Teilnahme an den Kursen ist im Rahmen des Projekts kostenfrei. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau in der Region Heilbronn-Franken sind eingeladen, sich über die bisherigen Trainingsformate zu informieren und ihre Bedarfe in die Weiterentwicklung der Lerninhalte einzubringen.

Worum es uns geht
Unsere Ziele
Lernfabriken werden mit Praxismodellen, Weiterbildungsangeboten und Qualifizierung von Personal für die berufliche Weiterbildung nutzbar.
- Alternative Praxis-Modelle für Lernfabriken mit konkreten Weiterbildungsangeboten zur digitalen Transformation, Nachhaltigkeit in der Produktion und Berufsorientierung.
- Verknüpfung mit bestehenden Weiterbildungsplattformen und Netzwerke zum Transfer der Angebote.
- Hochschulzertifikat „Lernfabriken für die berufliche Bildung“ entwickeln, aufbauen und testen.
Herausforderungen
Berufliche Lernfabriken haben in der Berufsbildung in den letzten Jahren als neue Lernräume an Bedeutung gewonnen. Sie sind realitätsnahe, ganzheitliche und vernetzte Lernumgebungen, die reale berufliche Handlungssituationen in einem produzierenden Umfeld abbilden.
Während die Nutzung in Berufsschulen in vielen Bundesländern etabliert ist, gibt es nur wenige funktionierende Konzepte, Lernfabriken auch für die berufliche Weiterbildung zu nutzen. In Baden-Württemberg existieren aktuell 47 Lernfabriken an berufsbildenden Schulen, deren innovatives Potenzial für die berufliche Aus- und Weiterbildung auf Bundesebene nutzbar gemacht werden soll. Erklärtes Ziel der Landespolitik ist es, die Lernfabriken noch stärker in der Weiterbildung zu positionieren.
Lösung
Zu diesem Zweck entwickelt und erprobt das Projekt alternative Praxis-Modelle für Lernfabriken mit konkreten Weiterbildungsangeboten zur digitalen Transformation, Nachhaltigkeit in der Produktion und Berufsorientierung. Grund ist, dass die bisherigen Praxis-Modelle für berufliche Lernfabriken in Trägerschaft der Kommunen die Nutzung für die betriebliche Ausbildung und die berufliche Weiterbildung erschweren. Das Praxismodell stellt ein Konzept zur praktischen Umsetzung und Erprobung alternativer Betriebsformen beruflicher Lernfabriken dar. Es zielt darauf ab, durch Einbindung neuer und vielfältiger Akteursgruppen als Betreiber die Nutzung von Lernfabriken für die Weiterbildung zu ermöglichen und deren Potenziale voll auszuschöpfen.
Zudem stellt das Projekt Verknüpfungen mit bestehenden Weiterbildungsplattformen her und etabliert Netzwerke zum Transfer der Angebote der beruflichen Lernfabriken für die Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Hier soll die Vernetzung mit konkreten Projekten des BMBF-Innovationswettbewerbs „INVITE“ hergestellt werden, um die Suche nach passfähigen Weiterbildungsangeboten zu erleichtern.
Um Personal für den Einsatz von Lernfabriken zu qualifizieren, entwickelt das Projekt das Hochschulzertifikat „Lernfabriken für die berufliche Bildung“ als bundesweites Weiterbildungsangebot für Aus- und Weiterbildungspersonal, berufliche Lehrkräfte und Beteiligte in Praxis-Modellen. Die Qualifizierung führt in das Thema ein und bietet praktische Module zur Umsetzung von Themen der digitalen Transformation, Vernetzung der Arbeitswelt, Industrie 4.0 und KI an beruflichen Lernfabriken.
Vor allem KMU sollen von konkreten Qualifizierungsangeboten im Rahmen der Lernfabriken profitieren: berufliche Fachkräfte der Metall- und Elektroindustrie, Personalverantwortliche, Betriebsräte und Bildungspersonal sowie auf einer weiteren Transferebene auch Jugendliche in der Berufsorientierung. Dies soll dazu beitragen, die digitale Transformation bis hin zum Einsatz von KI voranzutreiben.
Transfer
Bei Erfolg sollen erprobte Praxis-Modelle für die Nutzung der beruflichen Lernfabriken weitergeführt werden. Der Hochschulzertifikatskurs wird nach Projektende bundesweit angeboten und fest in das Weiterbildungsprogramm der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau aufgenommen. Transferworkshops, auch über die Ländergrenzen hinaus, sollen beitragen, die Ergebnisse zu verbreiten.
Weiterführende Materialien
Sie interessieren sich für das Konzept der Lernfabrik Industrie 4.0 an Beruflichen Schulen und möchten mehr erfahren über unsere Projektidee?
Hier finden Sie eine Zusammenstellung weiterführender Materialien und Links.
Erklärvideo: Lernfabriken 4.0 für die berufliche Weiterbildung nutzbar machen
Kontakt
Sie möchten über unser Projekt mehr erfahren? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme:
Projektleitung:
Dr. habil. Martin Schwarz
Mail: martin.schwarz@kit.edu
Telefon: 0721-608-43268
Projektkoordination:
Dr. Stefan Baron
Mail: baron@agenturq.de
Telefon: 0711-3659188-0
Hier finden Sie die Kontakte aller Projektbeteiligten.
Verbundpartner






Mit dem Programm InnoVET fördert das Bundesministerium für Bildung und Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) bundesweit Projekte mit dem Ziel, die Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung zu steigern. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).


